Auch für die FWG-Stadtratsfraktion sind Steuererhöhungen keine Lösung der Schuldenkrise. Wir lehnen sie entschieden ab.

Ebenso wenig darf der letzte Rest kommunaler Selbstverwaltung durch Kürzungen der freiwilligen Leistungen zerstört werden. Bibliotheken, Theater, Schwimmbäder und die vielen Vereine in Ludwigshafen sind der Kitt unserer Stadtgesellschaft – eine weitere Reduzierung dieser Angebote ist nicht hinnehmbar.

Die FWG fordert Bund und Land auf, endlich Lösungen sowohl für die kommunalen Altschulden als auch für eine nachhaltige Finanzausstattung der Städte zu erarbeiten. Eine steigende Gesamtverschuldung bis 2029 auf über 2,3 Milliarden Euro, wie sie im Haushaltsplan absehbar ist, darf nicht hingenommen werden.

Deshalb unterstützen wir mit Nachdruck die Einreichung einer Klage gegen das Land Rheinland-Pfalz – auf Grundlage des Konnexitätsprinzips und zur Klärung der nicht gedeckten Fehlbeträge. Gleichzeitig erwarten wir von der Stadtspitze eine verantwortungsvolle Haushaltsführung, die Transparenz schafft, Abschreibungen realistisch bewertet und strukturelle Ursachen benennt.

Ziel muss eine gerechte Neuordnung der Finanzbeziehungen zwischen Bund, Land und Kommune sein – damit Ludwigshafen wieder handlungsfähig wird und seine kommunale Selbstverwaltung im Sinne des Grundgesetzes wahrnehmen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Rainer Metz
Fraktionsvorsitzender

FWG Ludwigshafen: „Seit 2019 Beschlüsse – 2026 immer noch marode Schulen“

FWG wirft Stadtverwaltung Verzögerung bei Schulbau vor – Baugesellschaft aus 2025 muss endlich kommen, strategische ControllingStelle gefordert.

Der aktuelle Bericht zur Diesterwegschule in Oggersheim mit kaputten Toiletten, bröckelnden Treppen und einer seit Jahren gesperrten Sporthalle ist für die FWG‑Stadtratsfraktion ein weiterer Beleg für massiven Handlungsbedarf beim Schulbau in Ludwigshafen. Die Schulgemeinschaft bittet seit Langem um Hilfe – passiert sei jedoch kaum etwas.

„Wir reden hier nicht über ein plötzlich aufgetauchtes Problem“, betont Markus Sandmann, Vorsitzender der FWG Ludwigshafen. „Bereits 2019 hat die FWG mit ihrem Antrag zur Neukonzeption der Schulsanierung einen grundlegenden Neuanfang verlangt, der vom Stadtrat beschlossen wurde.“  Ziel war damals schon, den Sanierungsstau an den Schulen strukturiert und zügig abzuarbeiten.

Trotzdem hätten sich die Zustände an vielen Schulen kaum verbessert. „Spätestens mit den Beschlüssen 2025, die den Weg für eine städtische Bau‑ bzw. Projektgesellschaft für Schulen und Kitas freigemacht haben, hätte die Verwaltung in die Umsetzung gehen müssen“, so Fraktionsvoristzender Dr. Rainer Metz weiter.  „Stattdessen erleben wir erneut ein Muster aus Ankündigungen, Prüfaufträgen und Zuständigkeits‑Ping‑Pong – während Kinder in Containern lernen und Schulleitungen um jede einzelne Maßnahme kämpfen.“

Die FWG fordert daher drei konkrete Schritte:

    • Einen detaillierten Umsetzungsbericht zu allen seit 2019 im Bereich Schulbau/Schulsanierung gefassten Ratsbeschlüssen, inklusive aktueller Projektstände und Verzögerungsgründe.
    • Einrichtung einer Stelle für strategisches Controlling innerhalb der Verwaltung, die über die Aufgaben der Stelle „Bauen für Bildung“ hinausgeht, den Umsetzungsstand von Bauprojekten systematisch überwacht, Abweichungen frühzeitig erkennt, regelmäßige Berichte an den Stadtrat erstellt und insbesondere wiederholte Projektverschiebungen transparent macht.
    • Einen klaren Zeit‑ und Maßnahmenplan zur tatsächlichen Umsetzung der im Jahr 2025 beschlossenen Bau‑ Projektgesellschaft für Schulen und Kitas, einschließlich personeller und finanzieller Ausstattung.

„Es ist nicht akzeptabel, dass Ratsbeschlüsse über Jahre hinweg faktisch auf Eis gelegt werden“, so Sandmann. „Wenn Fördermittel bereitstehen, aber vor Ort nichts ankommt, ist das kein Naturgesetz, sondern ein Steuerungsproblem. Genau deshalb brauchen wir sowohl die Baugesellschaft als auch ein konsequentes Controlling.“

Die FWG kündigt an, das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Stadtratssitzung zu setzen und dort einen umfassenden Bericht der Verwaltung zu beantragen: „Wir werden sehr genau nachfragen, was aus den Beschlüssen seit 2019 geworden ist – und wir werden nicht nachlassen, bis sich die Situation an Schulen wie der Diesterwegschule spürbar verbessert hat“, kündigt der Fraktionsvorsitzende Metz abschließend an.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Rainer Metz
FWG-Fraktionsvorsitzender

FWG Ludwigshafen: Sondervermögen klug nutzen – Chance für Lebensqualität, Ehrlichkeit über Grenzen

Die FWG‑Stadtratsfraktion sieht in den für Ludwigshafen vorgesehenen mehr als 160 Millionen Euro aus dem Sondervermögen eine große Chance, die Lebensqualität in der Stadt spürbar zu verbessern. „Wer den Menschen über Jahre Großbaustellen, Umleitungen und Lärm zumutet, muss ihnen auch etwas zurückgeben“, sagt der Fraktionsvorsitzende der FWG, Dr. Rainer Metz. „Für uns bedeutet das: Mit den Mitteln aus dem Sondervermögen wollen wir sichtbare, erlebbare Infrastruktur für die Bürgerinnen und Bürger schaffen – von der Sicherung der Ebert‑Halle über attraktive Bäderangebote bis hin zu einer Verwaltung, die endlich wirklich digital arbeitet.“

Gleichzeitig warnt Metz davor, das Sondervermögen als Ersatz für eine dauerhaft auskömmliche Finanzierung der Stadt zu missverstehen. „Das Sondervermögen ist eine einmalige Zusatzchance, aber keine Lösung für die strukturelle Unterfinanzierung Ludwigshafens“, betont er. „Die Pflichtaufgaben im Sozial‑, Jugend‑ und Bildungsbereich wachsen seit Jahren schneller, als Bund und Land die Kommunen ausstatten – daran ändert auch dieser Geldsegen nichts.“

Mit Blick auf die aktuelle Diskussion um mögliche Projektlisten und parteipolitische Wünsche legt die FWG ihren Schwerpunkt bewusst auf klare Kriterien statt auf Spekulation. „Wir beteiligen uns nicht am Verteilungsgerangel und an Wunschzettel‑Debatten“, stellt Metz klar. „Entscheidend ist für uns, dass das Sondervermögen transparent, fair und nach nachvollziehbaren Prioritäten eingesetzt wird: für Bildung und Kinderbetreuung, für eine moderne, klimafreundliche Mobilität, für den Schutz unseres Stadtgrüns – etwa im Alwin‑Mittasch‑Park – und für Projekte, die den Menschen im Alltag wirklich etwas bringen.“

Ein zentraler Baustein muss aus Sicht der FWG ein Sportstätten‑Konzept für die ganze Stadt sein – verbunden mit einer ehrlichen Grundsatzentscheidung über die Zukunft des Südweststadions. „Das Südweststadion ist für Ludwigshafen keine nostalgische Kulisse, sondern ein Herzstück des Leistungs‑ und Breitensports – insbesondere für Leichtathletik, Schulsport und Fußball“, so Metz. „Was wir sanieren, müssen wir uns leisten können – aber was wir erhalten, muss dann auch intensiv genutzt werden. Deshalb braucht es jetzt eine klare Perspektive für das Südweststadion im Rahmen eines durchdachten Sportstätten‑Konzepts statt eines Weiterwursteln von Jahr zu Jahr.“

Dabei bleibt für die FWG finanzielle Verantwortung die Leitplanke. „Wir wollen kein Prestigeprojekt um jeden Preis“, betont Metz. „Ob Ebert‑Halle, Pfalztram, Kombibad, Südweststadion oder Digitalisierung der Verwaltung – für uns kommt nur in Frage, was die Stadt langfristig verkraften kann und unseren Haushalt nicht zusätzlich überfordert.“ Zugleich erneuert er die Forderung der FWG an Bund und Land, die strukturelle Unterfinanzierung Ludwigshafens endlich grundlegend anzugehen und eine ehrliche Altschuldenlösung vorzulegen.

„Wir werden jedes Projekt, das mit Mitteln aus dem Sondervermögen finanziert werden soll, an einem einfachen Maßstab messen“, fasst Dr. Rainer Metz zusammen: „Stärkt es unsere Stadt langfristig, verbessert es konkret die Lebensqualität der Menschen hier – und ist es finanziell verantwortbar? Nur dann werden wir zustimmen.

Markus Sandmann
FWG-Vorsitzender

BASF darf Ludwigshafen nicht im Regen stehen lassen – FWG fordert klare Verantwortung bei Wohnungsverkauf

Die FWG-Fraktion im Ludwigshafener Stadtrat blickt mit großer Sorge auf die Pläne von BASF Wohnen + Bauen, tausende Wohnungen in Ludwigshafen und der Region zu veräußern. Betroffen sind vor allem rund 3.300 Mietwohnungen – für die FWG geht es damit „um das Zuhause von mehreren tausend Menschen und um die Stabilität ganzer Quartiere, nicht um irgendein anonymes Immobilienpaket“.

FWG: OB reagiert richtig – GAG ist Schlüsselakteur
Positiv bewertet die FWG das Vorgehen des Oberbürgermeisters. „Der Oberbürgermeister, den wir gemeinsam mit der CDU in dieses Amt gebracht haben, hat die Brisanz der Situation sehr schnell erkannt“, heißt es aus der Fraktion. Dass er gemeinsam mit der GAG mögliche Modelle prüft, sei „das richtige Signal zur richtigen Zeit“. Die GAG sei als kommunales Wohnungsunternehmen mit großer Erfahrung bei bezahlbarem Wohnraum ein zentraler Partner, wenn es um tragfähige Lösungen gehe.

Gleichzeitig mahnt die FWG zur wirtschaftlichen Vernunft. Die GAG dürfe nicht zur „Auffanggesellschaft für einen Weltkonzern“ werden. Jede mögliche Übernahme größerer Bestände müsse solide finanzierbar bleiben und die Handlungsfähigkeit der GAG langfristig sichern. „Wir wollen Mieterinnen und Mieter schützen – aber wir dürfen dabei nicht riskieren, dass unsere eigene Wohnungsbaugesellschaft unter der Last einer Übernahme leidet“, betont die FWG. Auch dürfen bereits geplante Bauprojekte wie beispielsweise in Friesenheim in der Neuwiesenstraße nicht wegen des ev. Ankaufs nicht abgebrochen werden.

Wer hier verdient, trägt auch Verantwortung“
Deutliche Worte findet die FWG in Richtung BASF. Ein Konzern, der seit unzähligen Jahrzehnten von Standort, Infrastruktur und Fachkräften in Ludwigshafen profitiere, könne sich nicht mit einem einmaligen Verkaufserlös aus einer gewachsenen Verantwortung für den Wohnungsmarkt verabschieden. „Wer hier über Jahrzehnte gut verdient hat, trägt auch Verantwortung dafür, dass Mieterinnen und Mieter nicht zum Spielball renditegetriebener Investoren werden“, so die FWG.

Die Fraktion fordert deshalb klare Leitplanken: langfristige Sicherheiten für die Mieterinnen und Mieter, soziale Vereinbarungen bei einem möglichen Eigentümerwechsel und eine substanzielle Einbindung der Stadt in den Prozess. Eine Lösung, bei der am Ende die Stadt und ihre Gesellschaften die sozialen Risiken tragen, während der Konzern sich elegant zurückzieht, werde die FWG nicht mittragen.
Im Zentrum stehe für die FWG einzig die Frage, was diese Entwicklung für die Menschen in Ludwigshafen bedeutet: „Wir werden jede Variante daran messen, ob Mieten bezahlbar bleiben, Quartiere stabil bleiben und die Stadt nicht einseitig überfordert wird. Die Bewohnerinnen und Bewohner dieser Wohnungen haben ein Recht auf Klarheit und Verlässlichkeit – nicht auf bloße Bilanzkosmetik.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Rainer Metz
FWG-Fraktionsvorsitzender

FWG: Sondervermögen für den Bau eines Kombibades nutzen!

Ludwigshafen steht vor großen Umbrüchen. Vertraute Gebäude wie die „Tortenschachtel“, das Rathaus-Center oder das Engelhorn-Hochhaus der BASF sind verschwunden, neue identitätsstiftende Orte sind noch nicht entstanden. Gleichzeitig werden uns auf Jahre hinaus Baustellen, Lärm, Umleitungen und Verkehrsbehinderungen begleiten. Wer den Bürgerinnen und Bürgern so viel zumutet, muss ihnen nach Ansicht der Freien Wähler auch etwas zurückgeben: einen Ort, an dem erlebbar wird, dass sich diese Stadt für die Menschen hier weiterentwickelt.

Für die FWG bleibt deshalb die Weiterentwicklung des Freibads zu einem Kombibad mit Sauna eine zentrale Perspektive. Ludwigshafen gibt jedes Jahr Millionenbeträge für seine Bäder aus, bei vergleichsweise wenigen Nutzern und Zuschüssen von über 2,5 Millionen Euro jährlich. Ein attraktives, gut geplantes Kombibad kann ein Gewinn für Stadtgesellschaft und Finanzen sein – mit höherer Auslastung und geringeren Zuschüssen. Voraussetzung ist allerdings, dass ein solches Projekt solide mit Fördermitteln unterlegt wird, etwa aus dem Sondervermögen des Landes oder aus Programmen zur Sanierung kommunaler Sportstätten.

„Wir wollen kein Prestigeprojekt um jeden Preis, sondern ein Bad, das sich Ludwigshafen leisten kann und das den Menschen in unserer Stadt dauerhaft nutzt“, betont FWG-Fraktionsvorsitzender Dr. Rainer Metz. „Infrastruktur ist für uns mehr als Beton und Asphalt – sie entscheidet darüber, wie wir hier leben, Freizeit verbringen und unsere Stadt erleben.“

Vor diesem Hintergrund sieht die FWG-Stadtratsfraktion in dem für Ludwigshafen vorgesehenen Anteil am Sondervermögen von über 163 Millionen Euro eine große Chance: nicht nur in Straßen und Großprojekte zu investieren, sondern ganz bewusst auch in Lebensqualität. Das bedeutet, die Mittel so einzusetzen, dass für die Bürgerinnen und Bürger sichtbare und erlebbare Infrastruktur entsteht – etwa durch ein zukunftsfähiges Kombibad, das die Menschen in Ludwigshafen unmittelbar spüren können.

Dr. Rainer Metz
Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler Ludwigshafen

Verpackungssteuer: FWG Ludwigshafen lehnt Einführung nach sachlicher Prüfung ab

Die Freie Wählergruppe (FWG) Ludwigshafen hat sich im vergangenen Jahr bewusst für eine ergebnisoffene Prüfung der kommunalen Verpackungssteuer eingesetzt. Wer eine solche Prüfung anstößt, muss am Ende aber auch bereit sein, ein klares Urteil zu fällen. Nach Auswertung der Erfahrungen anderer Städte, der Hinweise der Wirtschaft und der Rahmenbedingungen in Ludwigshafen kommt die FWG-Fraktion nun zu einem eindeutigen Ergebnis: Eine Verpackungssteuer ist für Ludwigshafen weder praktikabel noch sinnvoll.

Von der offenen Prüfung zur klaren Haltung

Im Juli 2025 hatte die FWG begrüßt, dass die Stadtverwaltung die Einführung einer Verpackungssteuer sorgfältig prüfen will – ausdrücklich ohne Vorfestlegung. Hintergrund waren unter anderem das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Tübinger Verpackungssteuer und die hohe Verschuldung der Stadt Ludwigshafen. „Unser Ansatz war und ist: Erst Fakten prüfen, dann entscheiden – nicht umgekehrt“, betont FWG-Fraktionsvorsitzender Dr. Rainer Metz.

Inzwischen liegen zahlreiche Einschätzungen und Stellungnahmen vor – von der IHK Pfalz über die IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz bis hin zu Erfahrungen aus anderen Kommunen. Diese einheitliche Linie, verbunden mit den spezifischen Herausforderungen der Stadt, führt die FWG zu einem klaren Nein.

Bürokratielasten statt Entlastung

Die FWG sieht in der Verpackungssteuer vor allem ein Bürokratie- und Belastungsprogramm für lokale Betriebe und Verwaltung:

  • Die IHK Pfalz warnt ausdrücklich vor einer neuen Bürokratie- und Kostenwelle für Unternehmen in der Pfalz und verweist auf bereits bestehende Abgaben und Pflichten rund um Verpackungen.
  • Handels- und Unternehmensverbände sprechen von einer „zusätzlichen Belastung“ und kritisieren, dass jede Kommune eigene Regeln schafft – mit einem Flickenteppich an Vorgaben, der für Filialbetriebe zum organisatorischen Alptraum werden kann.
  • Schon heute klagen Unternehmen über eine „erstickende Regelungsflut“; eine zusätzliche kommunale Steuer würde diesen Druck weiter erhöhen.

„Wer in Ludwigshafen Gastronomie oder Handel betreibt, kämpft ohnehin mit steigenden Kosten, Personalmangel und konjunktureller Unsicherheit. Eine kommunale Insellösung bei der Verpackungssteuer würde die Betriebe zusätzlich verunsichern und möglicherweise sogar Kaufkraft in Nachbarkommunen verschieben“, so Metz.

Chancen anerkennen – trotzdem Nein für Ludwigshafen

Die FWG verkennt nicht, dass Befürworter der Verpackungssteuer auch Chancen sehen. Genannt werden insbesondere eine Lenkungswirkung hin zu weniger Einwegmüll, zusätzliche Anreize für Mehrwegangebote sowie die Möglichkeit, Mehreinnahmen für Stadtsauberkeit und Umweltprojekte zu verwenden. Erfahrungen aus Städten wie Tübingen zeigen, dass dort tatsächlich mehr Betriebe auf Mehrwegsysteme umgestellt haben und das Instrument rechtlich abgesichert ist. Für Ludwigshafen überwiegen aus Sicht der FWG jedoch die Schattenseiten: erhebliche Bürokratie, zusätzliche Belastungen gerade für kleinere Betriebe und der fehlende Nachweis, dass die Müllmenge insgesamt wirklich messbar sinkt. Unter diesen Bedingungen hält die FWG dieses Instrument für die Stadt nicht für den richtigen Weg.

In der öffentlichen Debatte wird häufig auf Tübingen verwiesen. Dort mag die Verpackungssteuer im Kontext einer Universitätsstadt mit knapp 94.000 Einwohnerinnen und Einwohnern funktionieren. Ludwigshafen ist mit rund 180.000 Menschen hingegen nahezu doppelt so groß, ein Oberzentrum und Industriestandort mit einer völlig anderen Sozial- und Wirtschaftsstruktur. Für eine seriöse Bewertung reicht es deshalb nicht, Tübingen zum Blaupausen-Vorbild zu erklären.

„Wir müssen Erfahrungen aus Kommunen mit vergleichbarer Größenordnung und Funktion heranziehen – also Oberzentrum mit Oberzentrum vergleichen und nicht eine typische Universitätsstadt mit einer hochverdichteten Industriestadt am Rhein“, betont Metz.

Fraglicher Nutzen – zusätzliche Belastungen

Die FWG bezweifelt zudem, dass eine kommunale Verpackungssteuer in der Praxis die gewünschte Lenkungswirkung entfalten würde. Zwar hat das Bundesverfassungsgericht die grundsätzliche Zulässigkeit solcher Steuern bestätigt, doch die Bewertung ihrer tatsächlichen Wirkung bleibt umstritten.

Die IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz weist darauf hin, dass Unternehmen bereits über das Verpackungsgesetz, verschiedene Verordnungen und den Einwegkunststofffonds erheblich an der Entsorgung und Wiederverwertung von Verpackungen beteiligt sind. Eine zusätzliche kommunale Steuer wäre damit vor allem eine weitere finanzielle Belastung – ohne Garantie, dass in der Stadt tatsächlich messbar weniger Müll anfällt.

FWG: Praktische Lösungen statt Symbolpolitik

Für die FWG Ludwigshafen ist damit klar: Die Verpackungssteuer ist ein Instrument, das auf dem Papier attraktiv klingen mag, im Alltag einer hochverschuldeten Industriestadt aber mehr Probleme erzeugt als löst. „Gut gedacht ist eben nicht automatisch gut gemacht“, fasst Metz zusammen.

Stattdessen setzt die FWG auf:

  • den Ausbau und die Förderung praktikabler Mehrwegsysteme,
  • Kooperation mit Handel und Gastronomie zur Reduzierung von Einwegverpackungen,
  • Aufklärung und Anreize, die das Verhalten nachhaltig und freiwillig verändern, statt nur neue Abgaben einzuführen.

„Wir nehmen die Vermüllung des öffentlichen Raums sehr ernst. Aber wir wollen Maßnahmen, die wirken und im Alltag funktionieren – für Bürgerinnen und Bürger genauso wie für Betriebe und Verwaltung“, so Metz.

Konsequente Sachpolitik statt Zick-Zack-Kurs

Mit ihrer jetzigen Position knüpft die FWG an ihre ursprüngliche Linie an: eine offene, sachliche Prüfung im Interesse der Stadt – und dann eine klare Entscheidung. „Es gehört zur politischen Ehrlichkeit, ein Instrument, das man prüfen ließ, am Ende auch abzulehnen, wenn die Gesamtbilanz nicht überzeugt“, erklärt Metz.

Die FWG wird sich deshalb bei kommenden Beratungen im Stadtrat gegen die Einführung einer kommunalen Verpackungssteuer aussprechen und stattdessen für praxistaugliche, wirtschaftsverträgliche Lösungen zur Abfallvermeidung werben.

FWG: Elternbeiträge – Gemeinsames Projekt – nicht die Alleinleistung einer Fraktion

Die FWG-Stadtratsfraktion stellt zur aktuellen Berichterstattung über die Neuausrichtung der Elternbeiträge in der Kinderbetreuung klar: Dieses wichtige Projekt ist das Ergebnis eines gemeinsamen Prozesses – es handelt sich nicht um die Alleinleistung einer einzelnen Fraktion.

Auslöser war die Kindertagespflege in Ludwigshafen, die sich mit ihren Anliegen und Sorgen an den Stadtelternausschuss und demokratischen Kräften im Stadtrat gewandt hat. Der Stadtelternausschuss hat dann gemeinsam mit seinem kommunalpolitischen Netzwerk weitergetragen. In der Folge wurde die Reform der Elternbeiträge im engen Schulterschluss von Kindertagespflege, Stadtelternausschuss, Verwaltung sowie den Fraktionen von SPD, CDU und FWG erarbeitet und mit einem angepassten Vorschlag durch den zuständigen Dezernenten Lars Pletscher (CDU) in den Jugendhilfeausschuss eingebracht.

„Gerade weil wir dieses Thema bewusst gemeinsam und über Parteigrenzen hinweg vorangebracht haben, ist es irritierend, wenn nun der Eindruck entsteht, es handle sich vor allem um einen Erfolg der SPD“, betont die FWG-Stadtratsfraktion. „Fairness gegenüber den Partnern bedeutet, alle Beteiligten zu nennen – insbesondere die Kindertagespflege und den Stadtelternausschuss, ohne deren Beharrlichkeit es diese Korrektur der Neuausrichtung nicht gegeben hätte.“

Die FWG begrüßt ausdrücklich, dass Familien mit kleinen und mittleren Einkommen künftig stärker entlastet werden und dass die Beitragsstruktur nach vielen Jahren endlich reformiert wurde. „Genauso wichtig wie soziale Gerechtigkeit ist uns aber Transparenz in der politischen Kommunikation“, so die FWG weiter. „Wählerinnen und Wähler haben ein Recht darauf zu erfahren, dass hinter dieser Entscheidung eine breite Zusammenarbeit steht – und nicht der Alleingang einer Partei.“

Mit freundlichen Grüßen

Markus Sandmann
stellv. Fraktionsvorsitzender

Haushaltsrede der FWG-STADTRATSFRAKTION 2026

Diese Rede steht am Ende intensiver Beratungen und soll die Entscheidung über den Haushalt 2026 begründen – und zugleich deutlich machen, wofür die FWG in Ludwigshafen steht. Sie verbindet finanzielle Ehrlichkeit mit klaren politischen Leitplanken für Bildung, Mobilität, Umwelt und Trägerfreundlichkeit.

 

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,  sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,  meine Damen und Herren,

am Ende der Haushaltsberatungen steht ein Entwurf, der deutlich zeigt: Ludwigshafen befindet sich finanziell nach wie vor in schwerem Fahrwasser – und trotzdem stemmen wir als Stadt Jahr für Jahr enorme Leistungen für die Menschen, für unsere Infrastruktur und für den sozialen Zusammenhalt. Der Haushaltsplan 2026 ist eine Katastrophe, ein  Blick auf unsere Stadt zeigt, wie strukturell unterfinanziert sie ist. Trotzdem übernimmt die Stadt immer die Verantwortung.

Herr Kämmerer Andreas Schwarz hat in seiner Haushaltsrede nicht nur die negativen Seiten dargestellt, sondern aufgezeigt, dass die Stadtverwaltung auch sehr viele  positive Initiativen startet und finanziert. Ich persönlich finde, dass Ludwigshafen ein viel zu negatives Erscheinungsbild abgibt, es gibt durchaus auch sehr positive Entwicklungen. So gelingt die Integration der ausländischen Mitbürger in Ludwigshafen traditionell seit vielen Jahren. Ich sehe dies, wenn ich ein Blick in das Wartezimmer meiner Tierarztpraxis werfe: Hier sitzen Menschen aus vielen Nationen so ungefähr dem Durchschnitt der Ludwigshafener Bevölkerung entsprechend. Alle sind friedlich und freuen sich an ihren Tieren. Dies ist für mich ein Zeichen einer gelungenen Integration. Am schwierigsten gestaltet sich oft die genaue Erfassung ausländischer Namen. Wenn man fragt: Wo kommen Sie her? Dann lautet die Antwort meistens: Fum Hemshof. Auch dies ein Zeichen von Intergration.

Natürlich sehen wir insbesondere die Probleme in den Schulen. Wenn Schulanfänger kein Deutsch können, keinen Stift halten  können und nicht ruhig sitzen bleiben können – dies trifft sowohl deutsche Kinder als auch Kinder aus Migrantenfamilien. Diese Entwicklungsrückstände sind fast nicht mehr aufzuholen. Sicherlich ist es keine Lösung die Polizei in die Schulen zu schicken.  Wir treten seit Jahren dafür ein, dass für alle Kinder ab drei Jahren der verbindliche Kindergartenbesuch eingeführt wird, oder zumindest das letzte Kita-Jahr verpflichtend ist. Dies würde die Kitas stark aufwerten, in Frankreich wird solch ein Modell schon lange praktiziert. Selbstverständlich sehen wir auch, dass unsere Stadt dies alleine nicht erreichen kann. Deshalb appellieren wir an Bund und Land die tatsächliche Sondersituation in Ludwigshafen zu berücksichtigen und zu handeln.

Die frühkindliche Bildung bleibt damit ein zentrales Anliegen der FWG. Ludwigshafen investiert hohe zweistellige Millionenbeträge in den Kita-Bereich – in den laufenden Betrieb sowie in Neubau und Sanierung. Dieser Aufwand ist kein Luxus, sondern die Grundlage für Bildungsgerechtigkeit, Integration und echte Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Für uns gehört dazu ausdrücklich:

– Verlässliche Rahmenbedingungen für freie und kirchliche Träger, die mit großem Engagement Kitas betreiben. Trägerfreundlichkeit ist kein Schlagwort, sondern eine Haltung, ja ein Standortvorteil in der Vorderpfalz: Wir wollen einen fairen Umgang in Verhandlungen und echte Partnerschaft statt ständige Nachschieberei und Bürokratie.

– Planungssicherheit bei Investitionen: Wer als Träger baut, erweitert oder qualitativ verbessert, braucht Klarheit über die finanzielle Beteiligung der Stadt – nicht im Nachhinein, sondern bereits vor Beginn der Maßnahme.

Wir können diesem Haushalt zustimmen, weil die Stadt erkennbar und verbindlich Kurs auf mehr Trägerfreundlichkeit nimmt: weniger Misstrauen, mehr Kooperation; weniger Detailsteuerung sowie mehr verlässliche Rahmenbedingungen.

Als FWG-Fraktion sagen wir: Ja, die Lage ist dramatisch. Ja, die Fehlbeträge sind beunruhigend. Aber ebenso klar ist: Ein bloß rechnerisch geschönter Haushalt, der mit Kahlschlag bei Kitas, Bildung, sozialer Infrastruktur, in Kultur und Mobilität erkauft würde, wäre politisch falsch und für Ludwigshafen wirtschaftlich schädlich.

Finanzielle Ausgangslage und Verantwortung von Bund und Land

Der Ergebnishaushalt 2026 weist ein massives Defizit aus, die Verschuldung steigt trotz aller Konsolidierungsbemühungen wieder an. Das ist nicht Ausdruck mangelnder Disziplin bei uns vor Ort, sondern vor allem Folge einer strukturellen Unterfinanzierung der Kommunen: Pflichtaufgaben im Sozial-, Jugend- und Bildungsbereich wachsen, ohne dass Bund und Land eine auskömmliche Finanzierung sicherstellen.

Erschreckend ist insbesondere der Ausblick im Bericht des Kämmerers: Anstatt wie von der ADD und damit der Landesregierung gefordert einen ausgeglichenen Haushalt innerhalb von 10 Jahren vorzulegen, steigt die Verschuldung laut Plan bis Ende 2029 auf über 2,3 Milliarden Euro! Trotz vollmundiger Ankündigungen in verschiedenen Wahlkämpfen ist weder eine Lösung bei der Altschuldenproblematik noch in der chronischen Unterfinanzierung nur im Ansatz zu erkennen.

Als FWG bekräftigen wir deshalb vier Punkte:

  1. Die Stadt hat ihre Hausaufgaben gemacht – mit wiederholten Konsolidierungsrunden, Steueranpassungen und strengen Priorisierungen.
  2. Die strukturellen Defizite sind auf kommunaler Ebene allein nicht lösbar. Wer diese Wahrheit nicht ausspricht, macht Politik auf Kosten der Ehrlichkeit.
  3. Wir unterstützen ausdrücklich den Weg einer Konnexitätsklage, wollen diese auch wirklich eingereicht sehen und erwarten schlussendlich von Land und Bund eine nachhaltige Neuordnung der Kommunalfinanzen, damit Pflichtaufgaben nicht länger auf Verschuldung gebaut werden.
  4. Der entscheidende Aspekt für uns, als FWG, ist die Summe des Eigenkapital der Stadt. Wenn der Fehlbetrag im Haushalt nicht mehr durch unser Eigenkapital gedeckt sein wird, können wir als FWG zukünftig keinem Haushalt mehr zustimmen.

Unser mögliches Ja zu diesem Haushalt ist kein Blankoscheck, sondern ein politisches Signal: Wir übernehmen Verantwortung vor Ort, aber wir akzeptieren nicht, dass Ludwigshafen nach und nach in Raten heruntergewirtschaftet wird. Deshalb dürfen wir uns nichts vormachen: Wenn wir den eingeschlagenen Kurs unverändert fortsetzen, ist das Eigenkapital der Stadt in etwa zweieinhalb Jahren weitgehend aufgezehrt – und dann, das sage ich in aller Klarheit, wird es für uns keinen verantwortbaren Grund mehr geben, einem weiteren Haushalt zuzustimmen.

Es hat sich die Ausgangslage verändert: nachdem wir seit etwa 20 Jahren vergeblich gegen die unzureichende Finanzausstattung gekämpft haben, stehen jetzt unsere Nachbarstädte Mannheim und Heidelberg vor denselben Problemen. Auch hat die ehemalige Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck durch ihre bundesweite mediale Aufmerksamkeit das Problem überregional bekannt gemacht.

Pfalztram – Zukunftsprojekt für Mobilität und Stadtentwicklung

Ein zweiter Schwerpunkt unserer Fraktion ist die Mobilität der Zukunft. Ludwigshafen steht vor einem gewaltigen Umbau seiner Verkehrs- und Brückeninfrastruktur. In dieser Situation reicht es nicht, riesige Straßenbauten zu realisieren– wir müssen Auto,- Rad-, Fußgängerverkehr und ÖPNV vorantreiben.  Für uns als FWG ist unter anderem die Pfalztram ein Schlüsselprojekt.

Die Pfalztram ist für Ludwigshafen:

– Ein zentrales Infrastrukturprojekt für eine bessere, klimafreundliche Anbindung in der Region,

– ein instrumenteller Hebel, um Pendlerströme zu verlagern und Innenstadt- sowie Quartiersverkehre zu entlasten,

– ein Standortfaktor für Wirtschaft, Arbeit und Ausbildung.

Wir wollen, dass Ludwigshafen die Pfalztram aktiv nach vorne bringt – planerisch, politisch und im Schulterschluss mit den Partnerkommunen. In Baden Würtemberg wird der Großteil der laufenden Betriebskosten der OEG durch das Land getragen wird. So etwas stellen wir uns auch vor. Wer von Verkehrswende spricht, muss so etwas auch umsetzten wollen.

Unsere Botschaft ist klar: Die FWG versteht das Jahr 2026 als Einstieg in eine konsequente Umsetzung der Pfalztram.

Umwelt, Stadtgrün und Alwin-Mittasch-Park – klare rote Linie

Gerade in einer dicht bebauten Industriestadt wie Ludwigshafen sind alte Bäume, Parks und gewachsene Grünstrukturen keine Dekoration, sondern überlebenswichtige Infrastruktur für Klima, Gesundheit und Lebensqualität. Dazu gehört für uns ganz besonders der Alwin-Mittasch-Park mit seinem über viele Jahrzehnte gewachsenen Baumbestand.

Die Kommunikation war in dieser Angelegenheit äußerst mangelhaft. Wir fordern eine Prüfung aller möglichen Standort und genaue Planungsvorlagen.

Hier sind wir als FWG unmissverständlich:

– Die 100‑jährigen Bäume im Alwin-Mittasch-Park sind Tabu.

– Für den geplanten Kita-Standort gilt: Ja, wir wollen gute Kitas. Ja, wir wollen bedarfsgerechte Plätze. Aber Nein, wir akzeptieren nicht, dass dafür wertvoller alter Baumbestand geopfert wird, wenn Alternativen möglich sind.

– Wer unsere Zustimmung zu diesem Projekt will, muss Planung und Ausführung so gestalten, dass diese Bäume erhalten bleiben.

Das ist keine Symbolpolitik, sondern eine klare Abwägung: Kitas ja – aber nicht als Vorwand für die Vernichtung von Natur, die sich in dieser Form nicht ersetzen lässt. Eine moderne Stadtpolitik muss Bildung und Klimaschutz zusammendenken, nicht gegeneinander ausspielen.

Wir sehen die zukünftige City West als große Chancen für die Zukunft von Ludwigshafen. Es muss dabei eine große Beteiligung der Bürger, aber auch von Institutionen wie der IHK, der Metropolregionen und ansässiger Firmen wie der BASF erfolgen.

Unsere FWG-Forderungen für Zustimmung und weitere Arbeit

– Trägerfreundliche Kita-Politik: Verbindliche Zusagen zur verlässlichen Finanzierung, weniger Bürokratie, echte Partnerschaft mit freien und kirchlichen Trägern – auch im Blick auf Tarif- und Qualitätsentwicklungen.

– Pfalztram als Priorität: Aufnahme und Fortschreibung von Planungs- und Investitionsmitteln, politischer Rückhalt im Rat und aktive Abstimmung mit Region und Verkehrsunternehmen.

– Konsequenter Schutz des Stadtgrüns: Erhalt der 100‑jährigen Bäume im Alwin-Mittasch-Park als klare Bedingung für unsere Zustimmung zum Kita-Projekt; generelles Bekenntnis zu klimaresilientem Stadtgrün.

– Fortsetzung der Konsolidierung mit Augenmaß: Weitere Effizienzsteigerungen in Verwaltung und Projektorganisation ja – aber ohne Kernleistungen im Sozial-, Bildungs- und Ehrenamtsbereich zu zerschneiden.

– Starke Stimme gegenüber Land und Bund: Fortführung und Unterstützung der Konnexitätsklage, politischer Druck für eine dauerhafte Stärkung des Kommunalen Finanzausgleichs und eine ehrliche Altschuldenlösung durch alle politisch Aktiven.

Stadtentwicklung – Kommen wir zum SONDERVERMÖGEN:

Man hörte Anfang des Jahres in den Neujahrsansprachen des Oberbürgermeisters in den Stadtteilen, dass er sich vorstellen kann, unter anderem mit Mitteln aus dem Sondervermögen die Ebert‑Halle anzugehen und dieses Wahrzeichen damit dauerhaft zu sichern. Das begrüßen und unterstützen wir ausdrücklich, denn solche Entscheidungen zeigen, dass es bei Infrastruktur nicht nur um Technik und Beton geht, sondern um Orte, mit denen sich Menschen identifizieren und die unsere Stadt prägen. Für uns gilt: Infrastruktur ist mehr als Beton und Asphalt. Sie entscheidet ganz konkret darüber, wie wir hier in der Stadt leben – ob Kinder schwimmen lernen können, Familien einen attraktiven Freizeitort haben und ob Bürgerinnen und Bürger Behördengänge bequem von zu Hause erledigen können. Darum gehört für uns zu einer modernen Infrastruktur neben funktionierenden Kitas und Schulen sowohl eine gute Bädersituation als auch eine leistungsfähige, digitale Verwaltung.

Wir wissen, wie viel wir den Menschen in unserer Stadt derzeit zumuten. Viele vertraute Wahrzeichen sind verschwunden: die „Tortenschachtel“, das Rathaus‑Center, das Engelhorn‑Hochhaus der BASF – Gebäude, mit denen viele von uns Erinnerungen verbinden. Sie fehlen im Stadtbild, und neue Orte mit ähnlicher Bedeutung für die Stadtgesellschaft sind noch nicht entstanden. Stattdessen werden uns über Jahre große Baustellen begleiten, mit Baulärm, Umleitungen und massiven Verkehrsbehinderungen. Die künftige Helmut‑Kohl‑Allee ist für viele vor allem eine Durchfahrtsstraße, die von Pendlern genutzt wird, und die City West ist bislang vor allem ein Versprechen in die Zukunft. Wir sind überzeugt: Wer den Bürgerinnen und Bürgern so viel abverlangt, muss ihnen auch etwas zurückgeben – einen Ort, der erlebbar macht, dass sich diese Stadt für die Menschen hier entwickelt.

Die Weiterentwicklung unseres Freibads hin zu einem Kombibad mit Sauna bleibt deshalb eine wichtige Perspektive für unsere Stadt. Viele von Ihnen wissen: Das ist eine Idee, die uns schon lange begleitet. Ja, die FWG ist damit früher gern als „Bäder‑Partei“ belächelt worden – schließlich sind wir aus einer Bürgerinitiative entstanden, die sich nach der Schließung des Hallenbads Nord genau um dieses Thema gekümmert hat. Wir nehmen das mit einem Augenzwinkern zur Kenntnis, aber wir sagen auch: Nur weil eine Idee alt ist, ist sie noch lange nicht falsch – manchmal ist sie ihrer Zeit einfach voraus.

Ludwigshafen gibt heute jedes Jahr Millionenbeträge für die Bäder aus, bei vergleichsweise wenigen Nutzern – und wir glauben weiterhin nicht, dass damit jede Form eines Kombibads automatisch „unwirtschaftlich“ sein muss. Gerade im Zusammenspiel mit einem attraktiven Konzept und einer klugen Förderkulisse kann ein solches Bad ein Gewinn für Stadtgesellschaft und Finanzen sein. Gleichzeitig sind wir ehrlich: Wir werden dieses Projekt nur dann in die konkrete Investitionsplanung aufnehmen, wenn es finanziell verantwortbar ist und wenn wir es mit Fördermitteln – etwa aus dem Sondervermögen oder Programmen zur Sanierung kommunaler Sportstätten – solide unterlegen können. Wir wollen kein Prestigeprojekt um jeden Preis, sondern eine Lösung, die unseren Haushalt nicht überfordert und den Menschen in unserer Stadt dauerhaft nutzt.

Genauso verantwortungsvoll wollen wir bei der Digitalisierung der Verwaltung vorangehen. Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sie soll den Alltag erleichtern: weniger Wege zum Rathaus, weniger Papier, kürzere Bearbeitungszeiten, mehr Transparenz. Deshalb wollen wir die Fördermöglichkeiten von Bund und Land gezielt nutzen, um Schritt für Schritt mehr Online‑Services anzubieten, Verfahren zu beschleunigen und unsere Verwaltung bürgerfreundlicher zu machen. Wir versprechen keine Wunder über Nacht – aber wir legen heute den Fahrplan für eine Verwaltung, die mit der Lebenswirklichkeit der Menschen Schritt hält und sie nicht ausbremst.

Vor diesem Hintergrund sehen wir in dem für unsere Stadt vorgesehenen Anteil am Sondervermögen von über 163 Millionen Euro eine große Chance, nicht nur in Straßen und Großprojekte zu investieren, sondern ganz bewusst auch in Lebensqualität. Für uns heißt das: Wir wollen diese Mittel nutzen, um sichtbare, erlebbare Infrastruktur für die Bürgerinnen und Bürger zu schaffen – sei es mit einem zukunftsfähigen Kombibad oder mit einer Verwaltung, die endlich so digital wird, wie viele Menschen es längst erwarten.

Kommen wir zum Schluss – Verantwortung übernehmen – aber nicht um jeden Preis

Am Ende dieser Beratungen haben wir keine leichte, sondern eine reife Entscheidung zu treffen. Die FWG ist bereit, Verantwortung zu übernehmen: für einen Haushalt, der die Wahrheit über die finanzielle Lage nicht verschweigt, der in Bildung, Mobilität, Soziales, Sicherheit und Klimaschutz investiert und der Ludwigshafen als Oberzentrum handlungsfähig hält.

Unsere Zustimmung ist an Bedingungen geknüpft – an Trägerfreundlichkeit, an die konsequente Weiterverfolgung eines modernen OPNVs, an den Schutz unserer 100‑jährigen Bäume im Alwin-Mittasch-Park und an das weiterhin klare gemeinsame Signal an Land und Bund: So wie bisher beider Finanzierung kann es nicht weitergehen.

Wenn diese Linien im weiteren Verfahren respektiert und sichtbar umgesetzt werden, sind wir bereit zu sagen: Ja, wir stimmen diesem Haushalt zu – nicht, weil er gut ist, sondern weil er unter widrigen Rahmenbedingungen das Bestmögliche für die Menschen in Ludwigshafen ermöglicht.

Bei aller Härte der Zahlen und aller Schärfe der politischen Auseinandersetzung wäre dieser Haushalt nichts wert, wenn dahinter nicht Menschen stünden, die Tag für Tag Verantwortung übernehmen.

Darum ist es der FWG ein Bedürfnis, an dieser Stelle ausdrücklich Danke zu sagen:

Danke den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung – von der Amtsleitung bis zum Bürgerbüro, vom Jugendamt bis zum Bauhof, von der Feuerwehr bis zur Schulsekretärin. Sie tragen diesen Haushalt nicht nur in Aktenordnern, sondern in ihrer täglichen Arbeit für die Menschen in Ludwigshafen. Ohne Ihr Fachwissen, Ihre Ausdauer und oft auch Ihre persönliche Belastbarkeit wären weder diese Planung noch ihre Umsetzung möglich. Gerade angesichts der vielen fehlenden Stellen in der Verwaltung ist es erstaunlich welche Leistung die Mitarbeiter erbringen.

Unser Dank gilt ebenso den Kolleginnen und Kollegen im Stadtrat und in den Ortsbeiräten. Wir sind nicht immer einer Meinung, und das ist gut so – aber wir ringen gemeinsam, oft bis spät in die Nacht, um gute Lösungen für unsere Stadt. Diese Bereitschaft zum Streit in der Sache und zum Respekt in der Zusammenarbeit macht kommunale Demokratie aus.

Wer Ludwigshafen durch diese Zeiten bringen will, braucht genau das: eine engagierte Verwaltung, die anpackt, und politische Weggefährtinnen und Weggefährten, die bei allen Unterschieden eines eint – der Wille, diese Stadt voranzubringen. Dafür sagt die FWG heute ganz bewusst und auf Augenhöhe: Danke.

-ENDE-

Es gilt das gesprochene Wort.

 

FWG-Initiative zeigt Wirkung – Willersinn-Freibad erhält Fernwärme

Ludwigshafen – Ein Thema, das die FWG Ludwigshafen schon seit Jahren begleitet, wird jetzt endlich Realität: Das Willersinn-Freibad wird an das Fernwärmenetz der Technischen Werke Ludwigshafen (TWL) angeschlossen. Damit wird ein Projekt umgesetzt, das die FWG bereits im September 2021 mit einer Anfrage im Stadtrat angestoßen hat.

Mehrfach hat die FWG im Verlauf des Verfahrens an die Umsetzung erinnert und damit das Thema kontinuierlich auf der Agenda gehalten. „Das war wirklich eine Gemeinschaftsarbeit“, sagt FWG-Fraktionsvorsitzender Dr. Rainer Metz. „Die Idee kam aus unserer Mitgliedschaft, wurde in vielen Gesprächen quer durch die Mitglieder weiterentwickelt und letztlich von allen in der Fraktion getragen.“ Selbst Telefonate mit Landesbehörden hätten damals geholfen, erste Hürden zu überwinden.

Neben den ökologischen Vorteilen – rund 200 Tonnen weniger CO₂ pro Jahr – spart der Fernwärmeanschluss laut TWL rund 550.000 Euro Energiekosten. Die Fernwärme für das Freibad stammt aus dem Müllheizkraftwerk Ludwigshafen der GML. Dessen überschüssige Wärme in den Sommermonaten kann künftig effizient genutzt werden, anstatt wie bisher ungenutzt abgekühlt zu werden. Ein Gewinn für Klima und Haushalt zugleich.

Mit Blick nach vorn wünscht sich die FWG mehr Mut zur Umsetzung: „Statt zu überlegen, warum etwas nicht geht, sollte gemeinsam daran gearbeitet werden, wie gute Ideen realisiert werden können“, so Metz. „Dann wären manche Projekte sicher schneller fertig – wie auch dieses.“

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Rainer Metz
FWG-Fraktionsvorsitzender

Videoschutz für mehr Sicherheit in Ludwigshafen: CDU und FWG beantragen Konzept nach Mannheimer Vorbild

In der kommenden Stadtratssitzung am 30. Juni 2025 beantragen die Fraktionen von CDU und FWG gemeinsam die Erstellung eines Konzepts zur Einführung eines modernen Videoschutzsystems in Ludwigshafen – orientiert am erfolgreichen Modell der Stadt Mannheim.

„Wir wollen unsere Stadt sicherer machen. Das Mannheimer Modell zeigt eindrucksvoll, wie moderne Technik helfen kann, die öffentliche Sicherheit zu erhöhen, Straftaten frühzeitig zu erkennen und Einsatzkräfte gezielt zu entlasten. Genau das brauchen wir auch in Ludwigshafen “, betont Prof. Dr. Klaus Blettner, Oberbürgermeisterkandidat von CDU und FWG Ludwigshafen. Die Fraktion der CDU hatte sich in Gesprächen mit den Mannheimer Vertretern das Konzept vorstellen lassen.

Seit 2017 setzt Mannheim auf ein algorithmusbasiertes Videoschutzsystem, das nachweislich Wirkung zeigt: In über 300 Fällen pro Jahr konnte die Polizei innerhalb kürzester Zeit Hilfe leisten. Gleichzeitig fühlen sich laut Sicherheitsbefragungen mehr als die Hälfte der Bevölkerung durch das System sicherer.

Markus Sandmann, Stadtrat der FWG ergänzt: „Wir setzen dabei klar auf ein System, das den Datenschutz respektiert und auf rechtsstaatlicher Grundlage funktioniert. Es geht nicht um flächendeckende Überwachung, sondern um gezielte Prävention an neuralgischen Punkten wie dem Berliner Platz und der angrenzenden Ludwigsstraße.Wir brauchen und wollen den Einsatz modernster Technik zur Erkennung kritischer Situationen wie hilflose Personen, Waffen oder gewaltsame Auseinandersetzungen.

Der Antrag umfasst unter anderem eine Standortanalyse, technische und rechtliche Prüfung, die Einbindung von Forschungspartnern (z. B. Fraunhofer IOSB) sowie die Entwicklung eines groben Zeit- und Kostenplans für eine Pilotphase.

Ziel des Konzepts: Ein moderner, datenschutzkonformer Videoschutz, der Straftäterabschreckt, Einsatzkräfte entlastet und das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger in Ludwigshafen nachhaltig stärkt. “Ludwigshafen muss sicherer werden!”, so Blettner und Sandmann mit ihrem Fazit abschließend.